5 Abenteuer in den Kanadischen Rocky Mountains abseits der Touristenpfade

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Unendliche Wälder, grenzenlose Weiten und zerklüftete Berge. Natur in einer einzigartig wilden, rauen und natürlichen Form. Der Westen Kanadas und insbesondere die Kanadischen Rocky Mountains sind ein Traum für jeden Naturbegeisterten und Abenteurer.
Wie jedes Traumziel, entdecken allerdings auch immer mehr Menschen diese Faszination. Insbesondere zwischen Banff und Jasper, wo sich der Icefields Parkway seinen Weg durch die Rockies bahnt, tummeln sich im Sommer Tausende. Wo es trotzdem noch ein Abenteuer ohne große Menschenansammlungen zu erleben gibt, verrate ich Euch jetzt.    

Um den Touristenstrom zu entkommen bietet sich in Westkanada die Reisezeit von Mitte Juni bis Ende Juli besonders an. Außerdem konnte ich feststellen, je mehr körperliche Anstrengung erforderlich ist um einen Zielort zu erreichen, desto weniger Menschen sind auf dem Weg.

 

Die Silhouette des Lake Moraine

Trotz der wunderschönen türkisen Wasserfärbung und dem gewaltigen Gletscher im Hintergrund lässt sich der berühmten Lake Louise nicht recht genießen, wenn Horden von Touristen in einer langen Buskaravane herangekarrt werden und neben dem Chateau Lake Louise herausgepresst werden. Was bleibt ist ein perplexes Staunen.

Fährt man hingegen in den frühen Morgenstunden entlang der Bergstraße zum 11 Kilometer entfernten Lake Moraine werdet Ihr von einem Traumpanorama belohnt. Der türkise, spiegelglatte Gletschersee spiegelt die Felswände der „Ten Peaks“ wider. Klettert links des Sees auf die kleine Anhöhe des Rockpile und Euch wird es die Sprache verschlagen. Und das ohne Menschenauflauf.

Lake Moraine-Banff National

Lake Moraine-Banff National

Übernachten in einem Wildnis Hostel am Icefields Parkway

Umgeben von Bergen, mitten im Wald, rustikale Hölzhütten, Kein Strom, keine Duschen, kein Telefonempfang, eingeschränkt fließendes Wasser, dafür unendliche Freiheit am Lagerfeuer mit einem rauschenden Fluß im Hintergrund. Zurück zu Natur und Ursprünglichkeit. Das klingt doch wie ein Abenteuer, oder? Die kleinen Wildernis Hostels nördlich von Lake Louise am Icefields Parkway bieten außerdem sowohl Schlafsaal, als auch Privaträume, einen Gemeinschaftsraum, eine Gemeinschaftsküche, Außentoiletten und sind Ausgangspunkt für Outdooraktivitäten wie Wandern, Klettern oder Mountainbiking.
Und das tolle ist: Außer anderen Abenteurern verirrt sich selten jemand hierher. Übrigens, einchecken ist von 17.00 – 23.00 Uhr möglich und vergesst nicht die Stirn- oder Taschenlampe.

Wilderness-Hostel-Rocky_Mountains

Wilderness Hostel

Auf den Gipfel des Whistler Mountain bei Jasper

Jasper ist ein kleines, entspanntes Nest am nördlichen Ende des Icefields Parkway. Die Natur steht hier ganz im Vordergrund. In Jaspers Westen, direkt hinter dem HI Hostel beginnt ein wunderschöner, aber auch sehr anstrengender Aufstieg zum Hausberg namens Mount Whistler. Der 3 bis 5 stündige Aufstieg führt Euch steil nach oben und erfordert an manchen Stellen das kraxeln auf allen Vieren. Es wird allerdings keine Kletterausrüstung auf dem wenig begangenen Pfad benötigt, um den Gipfel auf 2277 Metern Höhe zu erreichen. Oben angekommen erwartet Euch ein überwältigendes 360 Grad Panorama der nördlichen Rocky Mountains mit Sichtweiten von bis zu 80 Kilometer an schönen Tagen.
Ins Tal gelangt Ihr entweder über den gleichen Weg zurück, oder Ihr nehmt die längste Seilbahn Kanadas. Auch wenn sich das nach Menschenauflauf anhört, das entspannte Erlebnis ist dadurch nicht gestört.
Tipp: Einfach oben einsteigen, die Tickets werden nicht kontrolliert. Das erspart Euch 18 Kanadische Dollar (Stand: Juni 2012)

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Ausblick Mount Whistler

Bären am Bow Valley Parkway

In Kanada habe ich zum ersten Mal einen Bären zu Gesicht bekommen. Ich war beeindruckt von diesem anmutigen, kraftstrotzenden und zugleich gelassen wirkenden tierischen Zeitgenossen. Bären in freier Wildbahn zu sehen ist immer Glücksache und eine Garantie lässt sich selbstverständlich dafür nicht aussprechen. Eine hohe Wahrscheinlichkeit darauf, Meister Petz zu sehen, habt Ihr allerdings am Bow Valley Parkway (A1). Diese ruhige Straße mit wenig Verkehr führt in landschaftlich wunderschönen 48 Kilometern parallel zum Trans Canada Highway 93 von Lake Louise nach Banff. Und mit etwas Glück läuft Euch ein Schwarz- oder Braunbär über den Weg.

Schwarzbär-Kanada-Bow-Valley-Banff-Icefields-Parkway

Schwarzbär in Kanada

Abenteuer am Mount Rundle bei Banff

Der Aufstieg zum Gipfel des Mount Rundle auf 2.949 Metern ist im wahrsten Sinne eine atemberaubende Angelegenheit. Nicht nur die Ausblicke auf dem Weg, sondern der Höhengewinn von fast über 1.500 Metern auf einer Distanz von 6,5 km lässt Euch die extreme Anstrengung spüren. Die letzten 2 Kilometer sind besonders anstrengend und können nur mit kraxeln bewältigt werden. Mit dem Dragon Back, einem 2 Meter breiten Grat, wo es beidseitig stark abfällt, ist auch eine sehr gefährliche Stelle zu überqueren. Den Aufstieg würde ich nur Bergerfahrenen empfehlen. Faszinierende Aussichten, Einsamkeit und Abenteuer sind in jedem Fall garantiert.
Die Buslinie 2 fährt von Banff zum Fairmont Springs Resort Hotel. Dort gibt es ein kostenloses Shuttle das zur nahegelegene Golfanlage pendelt. Auf dem Weg liegt der Einstieg zum Mt. Rundle Trail. Sagt dem Fahrer Bescheid und Ihr werdet dort abgesetzt.

Mount-Rundle-Banff-Kanada-Rocky_Mountains

Mount Rundle in Kanada

Mehr Abenteuer aus Kanada gibt es hier zu lesen!

Welchen Geheimtipp hast Du noch für mich? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unterhalb des Artikels.

Viel Spaß beim Entdecken und Abenteuern!
Euer Irishman in Kanada

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Hello, hello! Ich bin Patrick. Rothaarig. In dieser Kombination sozusagen Ire. Mehrmalsauszeitnehmer. Wenn ich nicht gerade Köln entdecke, dann die Welt. Hier erfährst Du mehr über mich

6 Kommentare

  1. Nicht zu vergessen die fabelhafte Bear Paw Bakery in Jasper. Der perfekte Start für alle Abenteuer. Nach der Nacht im Zelt mit einem sticky cinamon bun gestärkt kann nichts mehr schiefgehen. Ich muss wieder nach BC…eindeutig.

    • Hallo Stefan,

      von der Bakery habe ich dort leider gar nichts mitbekommen. So einen sticky cinamon bun hätte ich nach dem Aufstieg zum Whistler Mountain gut gebrauchen können 🙂 Warst Du auch da oben? Ich kann es auch nicht erwarten wieder nach Kanada zu kommen. Alleine einen Tag Toronto auf der Durchreise haben das Kanadafeeling wieder geweckt.

      Grüße Patrick

    • Auf jeden Fall. Die Rockies rund um Jasper sind noch eine der unberührten, wilden und abenteuerlichen Flecken Kanadas. Und wenn Du da bist kannst Du auch gleich noch zum Maligne Lake oder zu den Miette Hot Springs, einem entspannten Thermalbad, ohne viel Andrang.

      Grüße
      Patrick

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