Reisezahlungsmittel – Wie Du auf Reisen an Dein Geld kommst

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Den letzten Reisecheck hielt ich vor circa 15 Jahren in den USA in Händen. Damals galt das Zahlungsmittel als äußerst sicher und praktisch. Wenn ich daran zurückdenke, muss ich gestehen, dass ich seitdem mit keinem Reisecheck mehr in Berührung gekommen bin. Welche Reisezahlungsmittel sich mittlerweile am besten für eine Reise eignen, erfährst Du jetzt.:

1. Bargeld

Die Zeiten in denen auf der Bank seines Vertrauens zu horrenden Konditionen eine unbestimmte Summe vor Reisebeginn in die Landeswährung eingetauscht wurde sind vorbei. Sobald ich meinen Zielort erreiche, hebe ich vor Ort einen gewissen Betrag in Landeswährung an einem Geldautomaten ab, um die ersten paar Tage bestreiten zu können. Und das in der Regel zum aktuellen Devisenkurs. Das hat den Vorteil, das keine größeren Bargeldbestände herumgetragen werden müssen und minimiert damit die finanziellen Folgen eines Ernstfalls wie beispielsweise eines Überfalls. Außerdem spare ich mir die erheblichen Gebühren für einen Devisentausch in meinem Heimatland. Ich führe dabei immer ca. 50 Euro und 50 bis 100 Euro Gegenwert in Landeswährung mit mir.

2. EC-Karte

Die EC-Karte ist wie auch in deutschen Gefilden dazu geeignet Bargeld im Ausland abzuheben. Der große Nachteil der EC-Karten sind allerdings die sehr hohen Kosten für jede Transaktion. Dabei fallen schnell außerhalb Deutschlands 5-10 Euro an Gebühren an. Diese erhebt meist nicht die Bank selbst sondern das Institut an dem Ihr das Bargeld abhebt. Außerdem gibt es eine sehr wichtige, aber leider kaum kommunizierte Neuerung, welche die EC-Karte in meiner Gunst rapide hat schwinden lassen. Dabei kommt es auf folgende Zeichen an:

a) Maestro-ZeichenGirokarte-mit-Maestro-Zeichen

Eine Karte mit dem Maestro Zeichen erlaubt die Bargeldabhebung an allen Geldautomaten mit dem Maestro Zeichen. Die Gebühren pendeln um die oben genannten Richtwerte.

b) V-Pay

Girokarte-mit-V-Pay-Zeichen

Dagegen sind neuere Karten mit dem V-Pay Zeichen in der Regel nur noch dazu geeignet im Inland bzw. innerhalb der Europäischen Union Geld abheben zu können und macht somit einen Auslandseinsatz außerhalb nahezu unmöglich. Einen ausführlichen Bericht über diese merkwürdige Wandlung gibt es bei Spiegel Online zu lesen.

Kreditkarten

Die Kreditkarte ist als Zahlungsmittel aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie ist praktisch, insgesamt sicher und lässt sich leicht transportieren. Auf meinen Reisen verwende bzw. führe ich mehrere Kreditkarten mit mir. Aus dem einfachen Grund, um bei etwaigen Verlust weiterhin auf meiner Reise an Bargeld zu kommen und mit der Kreditkarte bargeldlos bezahlen zu können.
Dazu verwende ich seit 2006 die DKB-Visa-Card. Als sogenannte Guthaben Karte ist diese kostenlose Karte im herkömmlichen Sinn keine Kreditkarte, da zuerst ein Guthaben auf die Visakarte übertragen werden muss, um damit bezahlen zu können. Darüberhinaus gibt es aber trotzdem einen kleinen Kreditrahmen (wird jeweils festgelegt), über den verfügt werden kann. Dieser wird einmal monatlich vom Girokonto ausgeglichen. Zusätzlich wird das Kreditkartenkonto wie ein Tagesgeldkonto verzinst.

Außerdem verwende ich seit 2011 zusätzlich die Comdirect Visa-Karte. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Kreditkarte im herkömmlichen Sinn, allerdings werden die Umsätze der Kreditkarte wöchentlich von Deinem Girokonto abgebucht.

Mit beiden Visakarten könnt Ihr an allen Geldautomaten mit dem Visa Zeichen weltweit kostenlos Geld abheben. Die kann ich aus eigener Erfahrung für Europa, Afrika, Australien, Neuseeland, Süd- und Nordamerika bestätigen.
Für Asien gilt folgende Regelung für beiden Karten. Sollten Gebühren anfallen, werden diese zunächst auch belastet. Allerdings könnt Ihr Euch die Kosten vom jeweiligen Institut wieder zurückholen. Dazu schreibt Ihr am besten eine E-mail mit den relevanten Umsätzen an info@dkb.de oder info@comdirect.de. Die Gebühren werden in der Regel innerhalb weniger Tage anstandslos erstattet.


Während Geld abheben kostenlos ist, wird für das bargeldlose bezahlen im Ausland mit einer Gebühr von 1,5 – 1,75 % der Auftragssumme berechnet. Bar bezahlen spart in diesem Fall
also bares Geld!

Insgesamt hatte ich bisher auch keinerlei Akkzeptanz Probleme,  beispielsweise gegenüber einer Master-Card. (Abgesehen von Simbabwe, wo man generell nicht mit Kreditkarten bezahlen kann)

Neben der Ersparnis von teuren Abhebegebühren, welche schonmal über längere Reisezeit in die hunderte Euro gehen kann, ermöglicht es außerdem immer nur geringe Bargeldbeträge mit sich zu führen. Dies macht die Reise insgesamt sicherer.

Wohin mit den Zahlungsmitteln?

Ich denke jeder Reisende hat bezüglich der Aufbewahrung von Bargeld und Plastikkarten seine eigene Methode. Eine hunderprozentige Sicherheit wird es dabei nie geben.

1. Bargeld

Ich für meinen Teil bewahre Bargeld meist in meiner Hosentasche auf. Vorausgesetzt dort ist kein Loch, wird es meiner Meinung nach sehr schwer mir daraus Geld zu entwenden, ohne dass ich etwas davon merke. Weiteres Bargeld verteile ich auf meine Rücksäcke, Taschen oder Kleidungsstücke.

2. EC- Karte

siehe 3. Kreditkarte

3. Kreditkarte

Ich bewahre diese an verschiedenen Orten auf. In meinem großen Backpack, in meinem kleinen Rucksack und meist eine am Körper. Der Fantasie ist Euch dabei keine Grenzen gesetzt. Ob in der Schmutzwäsche, in den Socken, im Schlafsack oder in einem Geldbeutel. Wichtig ist nur, dass Ihr die einzelnen Zahlungsmittel gut verteilt und wiederfindet, um im Notfall auf eine Ersatzkarte zurückgreifen zu können.

Was mache ich mit PIN und TAN?

Mit der Eingabe der PIN Nummer bekommt Ihr am Geldautomaten an Euer Geld. Die TAN dagegen benötigt Ihr um Transaktionen beim Online Banking druchzuführen. Sie dient somit als digitale Unterschrift.
Auch hier sind Euch keine Grenzen gesetzt, solange Ihr wißt wo Ihr PINS oder TANS wiederfindet.
Kleiner Tipp: Pins und Tans sind beispielsweise wunderbar in Telefonnummern oder Adressen zu integrieren und fallen nicht auf.
Es gibt mittlerweile auch Password-Apps und mehrere sichere Programme bei denen sensible Daten gespeichert werden können.
Ich für meinen Teil habe diese lieber bei mir, denn nicht immer habe ich die Möglichkeit online darauf zuzugreifen. Da ich für das Online-Banking an sich habe ich die TAN Liste sowohl dabei, als auch Online abgespeichert.

Präventiver Schutz  – limitierte Auszahlungsbeträge

In jeden Fall ist es ratsam sich ein Überweisungslimit bzw. ein Limit für die jeweilige Karten einzutragen. Das kann zum Beispiel ein Kredikartenlimit sein. Das bedeutet, dass jeweils nur eine gewisse Summe in einem bestimmten Zeitraum abgehoben bzw. überwiesen oder in einem festgesetzen Rahmen bezahlt werden kann. So lässt sich Mißbrauch zumindest einschränken.

Was tue ich im Notfall, wenn eine Karte abhanden kommt?

Für den Fall, dass ich eine EC-Karte oder eine Kreditkarte verliere oder Sie mir anderweitig abhanden kommt, führe ich in meinen Unterlagen stets die Notfallrufnummern der jeweiligen Bankinstitute mit, um sofort reagieren zu können. Das geht Problemlos und sehr schnell. Außerdem habe ich sehr gute Erfahrungen mit einer Email mit der Bitte um Kartensperre gemacht. Diese erfolgte bei beiden Karten überraschenderweise prompt. Falls Du diese gerade nicht zur Hand hast gibt es eine eigene Hotline.

Sperr-Notruf EC-Karten: Innerhalb Deutschlands gilt die kostenlose Rufnummer: 116 116
(aus dem Ausland: +49 116 116 oder +49 (0) 30/ 40 50 40 50)

Notfallrufnummer Kreditkarten: In Deutschland gilt die kostenlose Nummer: 0800 811 8440
Hier findest Du die Notfallrufnummer im jeweiligen Ausland

An Irishman on tour Konto-Tipp

Um nicht ständig einen erhöhten Betrag auf den Konten zu haben, bei denen ich eine Karte mit auf ReisenZahlungsmittel-auf-Reisen-Kreditkarte nehme, lege ich mir einen Dauerauftrag an, und überweise monatliche eine entsprechende Summe auf mein Reisekonto. Somit ist zum einen gewährleistet, dass nie zu viel Geld auf diesem Konto liegt, und zum anderen wiederum, dass immer wieder etwas zur Verfügung steht.

Fazit: Mit den oben genannten Zahlungsmittel und Methoden bin ich bislang bestens zurechtgekommen. Während die neueren V-Pay EC-Karten bei mir keine Rolle mehr spielen, habe ich zum Glück noch eine EC-Karte mit dem alten Maestro Zeichen. Die Kreditkarte hingegen ist für mich ein unersetzlicher Reisebegleiter geworden, auf den ich als praktische Lösung nicht mehr verzichten kann.

Falls Ihr noch Fragen zu Zahlungsmittel auf Reisen habt dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar unterhalb des Artikels.

Safe travels,
Dein Irishman on tour

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About Author

Hello, hello! Ich bin Patrick. Rothaarig. In dieser Kombination sozusagen Ire. Mehrmalsauszeitnehmer. Wenn ich nicht gerade Köln entdecke, dann die Welt. Hier erfährst Du mehr über mich

4 Kommentare

  1. die comdirekt rechnet ihre Kreditkarte
    wöchentlich ab nicht monatlich.
    Sonst ein sehr nützlicher Beitrag
    gute Reise

    • Hallo Fred,
      vielen Dank für den wertvollen Hinweis. Ich werde das sofort im Artikel ändern.
      Viel Spass weiterhin beim stöbern und lesen.

      Liebe Grüße wieder aus Köln
      Patrick

  2. Hallo Patric
    Hoffe hat dich nicht erwischt.
    Die Commdirekt hat die bargeldfunktion fürs Ausland geändert.
    Ausland nut mit der sog. GIRO bz
    V- Karte
    Innland nur mit Kk Visakarte kostenlos Geld ziehen. Bei überziehung des limites erfolgt Konto/Kartensperre die nur durch Anruf behoben werden kann. Limit wird gestrichen.
    ABRECHNUNG NUN MONATLICH

    Comdirekt – nicht mehr zu raten

    • Hello Fredy,
      vielen Dank für Deine praktischen Erfahrungen und Dein Update. Die Giro bzw. V -Karte funktioniert allerdings nur im Eurowährungsraum, die KK sollte im übrigen Ausland funktionieren. Das mit der Überziehung ist natürlich ärgerlich, damit habe ich allerdings noch keine Probleme gehabt. in Indonesien funktionierte die KK einwandfrei. die monatliche Abrechnung ist gewöhnungsbedürftig. Hier nochmal alle Änderungen im Überblick: https://www.comdirect.de/cms/girokonto-karten.html#Vorteile. Es gibt selbstverständlich Alternativen in Form der DKB.
      Viele Grüße,
      Patrick

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