Sechs überwältigende Abenteuer in Namibia

6

Meine Füße versinken im warmen Sand der dunkel schimmernden Düne. Meine müden Beine spüren die Anstrengung, während ich um 4.30 Uhr einen Fuß vor den anderen setze. Mein Atem passt sich dem schweißtreibenden Kraftakt an und ich muss tief durchschnaufen. Immer wieder verlieren meine Füße den halt und ich rutsche langsam auf dem sandigen Untergrund zurück. Drei Schritte vor, zwei zurück. Die Dunkelheit weicht langsam einem heller werdenden Blauschimmer. Ein Motivationsschub durchfährt mich und ich kämpfe weiter gegen die steil aufragende Düne, die, so scheint es, mir den Aufstieg so schwer wie möglich machen will. Mit einem befreienden letzten Satz erreiche ich den oberen Grat der Sanddüne und blicke mich neugierig um. Am Horizont blinseln die ersten Sonnenstrahlen über die Erdkrümmung und tauchen die Welt in ein gelbes Licht. Während die Strahlen des gelben Planeten die Erde mit Licht flutet, leuchtet die Wüste in einem Meer aus tausend Rottönen.

Der Fishriver Canyon

Der zweitgrößte Canyon der Welt nach dem nach dem Grand Canyon in den USA ist eine beeindruckende Kraterlandschaft im Süden Namibias. Mit seiner Länge von 160 Kilometern, eine Breite von bis zu 27 Kilometern und tiefen Einkerbungen von bis zu 550 Metern ist der Fishriver Canyon ein Superlativ. Das Fish River speist das Naturschutzgebiet und von den Anhöhen des Canyons bieten sich imposante Ausblicke.

Fish-River-Canyon-Namibia-Afrika

Fishriver Canyon

Im freien Fall über der Wüste – Fallschirmspringen in Swakopmund

12.000 Fuß über dem Planeten. Eine offene Flugzeugtür. Einen traumhaften Blick auf Wüste und den angrenzenden Atlantik. „Schöner hätte ich meinen Rundflug nicht beenden gönnen“ denke ich mir. Allerdings hatte mein Tandempartner meines Fallschirmsprungs etwas dagegen. Langsam robben wir auf die Luke zu. Während sich mein Bauch noch vor Aufregung zusammenzieht, rase ich plötzlich mit über 200 Kilometer in der Stunde dem Meer aus Sand und Wasser entgegen. Es wird einer meine aufregendsten sowie abenteuerlichsten Sekunden die ich je auf einer Reise erlebt habe.
Swakopmund, im Westen von Zentralnamibia gelegen ist eine ehemalige deutsche Kolonialsiedlung und überrascht mit deutschen Straßennamen, einer Metzgerei genauso wie mit Menschen, die Dich inmitten von Afrika in akzentfreiem Deutsch ansprechen. Daneben bietet Swakopmund wohl einer der atemberaubendsten Spots für einen Fallschirmsprung zwischen Ozean und Wüste.

Fallschirmspringen-Swakopmund-Namibia-Afrika.JPG

Fallschirmspringen Swakopmund

Die rote Düne 45 bei Sossusvlei

Die roten Dünen des im Westen gelegenen Namib Naukluft Nationalparks spiegeln für mich die Einzigartigkeit Namibias wieder. Auch wenn die Düne 45, deren Namen darauf zurückgeht, dass sie 45 Kilometer vom Parkeingang bei Sesriem gelegen ist, sich nur 170 Meter vom Boden abhebt, ist der Aufstieg durchaus eine schweißtreibende und anstrengende Angelegenheit. Als Belohnung warten sagenhafte Blicke über die rote Dünenlandschaft Namibias. Ein ganz besonderes Highlight ist es, die Düne 45 vor Anbruch des Tages zu erklimmen und das Erwachen der Wüste mit den Sonnenstrahlen zu feiern.

Düne 45

Düne 45

Sonnenaufgang-Düne-45-Namibia-Afrika

Sonnenaufgang Düne 45

Im Reich der toten Bäume

Knochentrockene, fingerartige Wesen steigen aus dem weißen Tonboden des ehemaligen Flusses, der hier vor tausenden von Jahren seine Bahnen durch die Wüste zog. Die bis zu 800 Jahre alten Akazienbäume waren lange unter einer Sandschicht vergraben und wurden auf diese Weise konserviert, bevor sie wieder von den Wanderdünen freigeben wurden. Es bietet sich ein bizarrer Anblick dieses Deadvlei, der blattlosen Baumruinen, die sich schwarz vom weißen Boden und dem roten Dünenhintergrund abheben.

Dead-Vlei-Düne-45-Namibia-Afrika.JPG

Deadvlei

Der Tafelberg von Namibia – das Waterberg Plateau

Das Waterberg Plateau befindet sich nördlich von der namibischen Hauptstadt Windhoek. Schon von weitem siehst Du die bis zu 200 Meter aufsteigenden Steilwände, die sich aus dem Flachen Umland erheben. Einige wenige zerklüftete Pfade führen auf das riesige Felsplateau wo Dich ein sensationeller Ausblick auf die unendlichen Weiten Namibias erwartet.

Waterberg-Plateau-Namibia-Afrika.JPG

Waterberg Plateau

Der Etosha Nationalpark

Der Etosha Nationalpark im Norden Namibias. Der Name stammt von der namibischen Oshivambo Sprache und bedeutet „großer weißer Platz“. Trotz dieses Namens ist der Nationalpark von Grün durchzogen und bietet eine große Anzahl von Wasserlöchern, an denen sich unendlich viele Wildtiere versammeln. Darunter sind neben Raubtieren wie Löwen, Leoparden oder Geparden, auch Elefanten, zahlreiche Zebras, Giraffen, Nashörnern, Flußpferden, Wasserbüffel, unendlich viele verschieden Antilopenarten, Erdmännchen und Warzenschweine zu beobachten. Ein Festival für jeden Tierfreund.

Giraffen-Etosha-Nationalpark-Namibia-Afrika.JPG

Giraffen im Etosha Nationalpark

Fazit:

Obwohl Namibia zu über 90 Prozent aus Wüste besteht, ist das afrikanische Land voller Leben und sogleich ein wunderbares Abenteuer sich darauf Land einzulassen. Die einzigartige Wüstenlandschaft in Verbindung mit den grünen Oasen wie dem Etosha Nationalpark und dem Waterberg Plateau bieten ein beeindruckendes Naturschauspiel. Es ist nicht nur die Schönheit der Wüste oder anderer ausgefallener landschaftlicher Eindrücke die Namibia so einzigartig machen. Auch die zahlreichen, freilebenden Wildtiere lassen die ehemalige deutsche Kolonie zu einem unvergesslichen Abenteuer werden.

Mehr spannende Abenteuer zu Namibia gibt es übrigens auf dem Blog von Weltenbummler Mag

Du hast Lust auf Namibia bekommen? Was sind Deine Gedanken? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar gleich unterhalb des Artikels.

.

Share.

About Author

Hello, hello! Ich bin Patrick. Rothaarig. In dieser Kombination sozusagen Ire. Mehrmalsauszeitnehmer. Wenn ich nicht gerade Köln entdecke, dann die Welt. Hier erfährst Du mehr über mich

6 Kommentare

    • Liebe Madlen,
      immer gerne, freut mich ungemein, dass ich Dir schon einen kleinen Einblick in die zauberhafte Welt von Namibia geben konnte. Du kannst Dich riesig darauf freuen!

      Liebe Grüße und schonmal viel Spaß und unvergessliche Erlebnisse im Land der tausend verschiedenen Sande
      Patrick

  1. Hallo Patrick,

    wunderschön beschrieben – vor allem der Dünen-Aufstieg. Bist Du die Dünen dann auch hinunter gerannt, bis sie zu singen anfangen?

    Für mich war ein weiteres Highlight ein Flug ab Swakopmund. Wir sind bis zum Sossusvlei und dann am Meer entlang zurück geflogen. Unglaublich schön zu sehen, welche Muster Sand und Wind schaffen und wie Meer und Wüste so unmittelbar aufeinander prallen.

    Viele Grüße

    Daniela

    • Hello Daniela,
      dankeschön. Namibia war aber auch ein herrliches Erlebnis. Allerdings, ich bin mehr oder weniger runtergekullert. Vor lauter Sand habe ich leider das Singen nicht mehr wahrgenommen 😉
      Das mit dem Flug war eine super Idee. Ich durfte diesen grandiosen Blick von Meer und Wüste während meines Fallschirmsprungs genießen. Bist Du auch gesprungen?
      Cheers und viele Grüße
      Patrick

    • Liebe Daniela,
      der Sand war wirklich überall! Einen Fallschirmsprung kann ich nur wärmestens empfehlen. Das ultimative Freiheits- und Adrenalingefühl 🙂
      Viele Grüße
      Patrick

Leave A Reply