Sicherheit auf Reisen – so verhältst Du Dich unterwegs noch risikoloser

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„Ausgeraubt? Wie ausgeraubt?“ frage ich erstaunt. „Alles weg: Kamera, Reisepass, Kreditkarte, Portemonnaie, einfach alles.“ antwortet mein Schweizer Freund ungläubig. „Direkt am Luzerner Hauptbahnhof“. Er war gerade von einem einjährigen Afrikaaufenthalt zurückgekehrt. In diesen zwölf Monaten war ihm nichts dergleichen passiert.

Bei jeder Reise spielt das Thema Sicherheit natürlich eine große Rolle. Insbesondere wenn es in vermeintliche gefährliche Regionen wie Südamerika oder Afrika geht höre ich immer wieder: „Ist das nicht zu gefährlich?“ Sicherlich gibt es Region auf diesem Planeten, die durchaus als gefährlich einzustufen sind. Dennoch kann überall etwas passieren, oder eben nicht. Außen vor bleiben dabei Krisen- und Kriegsgebiete von deren Besuch ich generell nur abraten kann.

Die gefährlichen Geschichten überleben immer

Jeder hat vermutlich schon einmal davon gehört oder selbst Erfahrungen damit gesammelt: Ein Überfall, ein Diebstahl oder eine bedrohliche Situation auf Reisen. Aber wie oft passiert eigentlich tatsächlich etwas auf Reisen?
Nach Reisen in über 40 Länder auf 5 Kontinenten sind mir glücklicherweise erst drei gefährliche beziehungsweise unschöne Dinge widerfahren. Mir wurde einmal meine Kamera entwendet, ich wurde mit einer Schußwaffe bedroht und etwas in mein Getränk gemischt. Zu siebenundneunzig Prozent wird Dir auf Reisen nichts geschehen. Dennoch setzen sich die gefährlichen Geschichten in Deinen Gedanken fest und werden meist auch als erstes daheim erzählt. Ich denke, diese Erlebnisse muten einfach spektakulärer und abenteuerlicher an. Die schönen Dinge geraten schneller in Vergessenheit, obwohl sie doch den größten Teil des Erlebten ausmachen.

Nichtsdestotrotz bleibt immer ein Restrisiko. Doch wie kannst du dieses Risiko minimieren?

Verzicht auf Wertgegenstände

Insbesondere in ärmeren Reiseregionen wecken unangebrachte Luxusgegenstände Begehrlichkeiten. Musst du wirklich Deine teure Uhr, Deinen Schmuck, das teure Smartphone, den kostspieligen Laptop, die dicke Lederbrieftasche oder Deine Markenklamotten mitnehmen? Ich denke nicht. Auf meinen Reisen habe ich die Attraktivität der Unauffälligkeit entdeckt. Unterwegs führe ich nie ein Uhr mit, kleide mich unauffällig mit alter Kleidung und passe mich den Gegebenheiten der jeweiligen Region an. Auch wenn ich dafür oft belächelt werde, als Geldbeutel verwende ich beispielsweise immer meine Hosentaschen oder einen Bauchgürtel. Bis eine andere Person dir dort unbemerkt etwas entwenden kann, muss schon sehr viel passieren. Hier erfährst du übrigens wie du mit Zahlungsmitteln aus Reisen am besten umgehst. Meine Kamera versuche in unauffällig unter einer West oder einem Pullover zu tragen und nicht stolz vor meiner Brust zu präsentieren.

„Auch vermeintlicher Luxus weckt Begehrlichkeiten“

Gesunden Menschenverstand einschalten und Selbstbewusstsein zeigen

Es sind die Kleinigkeiten, die dich angreifbar machen. Solltest Du Dich in einer Situation unwohl fühlen, beobachtet oder nicht mehr wissen wo du bist, geselle Dich zu Menschenansammlungen oder setze Dich in das nächstbeste Café. Oftmals erlebe ich stattdessen Reisende, die sich suchend und verirrt öffentlich mit der Karte in der Hand suchend umschauen und sich somit auf den Präsentierteller stellen. Das ist mehr als auffällig und zieht die Aufmerksamkeit derer an, die eventuell nichts Gutes vorhaben.
Fühlst du dich unsicher oder unwohl wegen der Gruppe vor der auf dem Gehsteig, wechsle die Straßenseite. Hast Du dich verlaufen und weißt nicht mehr weiter? Nimm dir ein Taxi und lasse dich zu deiner Unterkunft fahren.
Seit mir einmal irgendwelche Rauschmittel in mein offenes Getränk geschüttet wurden und ich es nur noch Dank einer Freundin nach Hause geschafft habe, achte ich stets darauf nur Getränke aus Flaschen zu mir zu nehmen.

Benutze deinen gesunden Menschenverstand

Außerdem ist es unglaublich wichtig sich aus der Opferrolle herauszumanövrieren. Zeige ein gesundes Selbstbewusstsein, nicht überheblich und leichtsinnig, aber in dem guten Gewissen, dass Du genau weißt wohin Du willst und dass es zu risikoreich wäre dich zu überfallen. Ich traf unlängst ein Pärchen auf einer Busfahrt, dass von Anfang an Angst hatte überfallen zu werden. Sie sahen in allem und jedem eine gefährliche Situation und waren ängstlich, unglaublich verunsichert und pessimistisch eingestellt. Sozusagen die perfekten Opfer. Ein paar Tage später traf ich sie wieder. Sie traten gerade ihre Heimreise an, nachdem Sie tatsächlich überfallen worden waren. Gewundert hat es mich nicht.

Auf den Rat der Einheimischen hören

Nichts ist hilfreicher und wertvoller als der Rat der Einheimischen oder von Menschen die in Deinem Reisegebiet wohnen. In Boliviens Hauptstadt La Paz gibt es ein paar Viertel, die man als Reisender nachts besser nicht betreten sollte. Genauso wird dir empfehlen nachts immer ein Taxi nach Hause zu nehmen und nicht durch die dunklen Gassen der Stadt zu laufen. Wieder traf ich Menschen im Hostel, die sich genau daran nicht gehalten haben und prompt überfallen wurden. Ignoranz und Abenteuerlust ist in diesem Fall völlig fehl am Platze. Frage in deiner Unterkunft nach, welche Gebiete „gefährlich“ sind und was ich besser meiden sollte. Ich bin mir sicher dir wird sehr gerne weitergeholfen.

Sicherheit in Hostels

In Hostels besteht im Allgemeinen die Möglichkeit Deinen Rucksack in Spinds einzuschließen. Am besten du nimmst immer dein eigenes Vorhängeschloss mit Zahlenkombination mit. Das erspart Dir die Mitnahme eines Schlüssels und das lästige Ausleihen eines Schlosses. Außerdem kannst Du meist Deine Wertgegenstände an der Rezeption abgeben oder wegschließen lassen. Deinen Laptop, solltest Du einen dabei haben, kannst du gegebenenfalls mit einem Laptopschloss sichern. Außerdem nehme ich immer ein 1,5 Meter langes dünnes Stahlseil mit um etwaige Dinge, wie beispielsweise einen Rucksack anzuschließen.

Eine Gruppe bietet mehr Sicherheit als alleine zu reisen

Ich bin sehr gerne allein unterwegs und genieße es Länder, Sitten und Gebräuche auf eigene Faust zu erkunden. Wie ich weiß, ist das nicht jedermanns Sache. Schließe Dich beim Stadterkunden oder bei der nächsten Busreise anderen an. Eine Gruppe bietet immer mehr Sicherheit als allein unterwegs zu sein. Außerdem könnt Ihr Euch wunderbar darüber austauschen, wie ihr mit dem Thema Sicherheit auf Reisen individuell umgeht.

Ist die Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste?

Ich bin der Meinung, dass du eine gewisse Vorsicht an den Tag legen solltest, insbesondere wenn dir dein Bauchgefühl Unwohlsein verrät. Dennoch ist Übervorsicht nicht der Weisheit letzter Schluss. Genieße deine Reise und halte dich an die kleinen Regeln, die ich aus Erfahrung an dich weitergeben möchte. In der Regel wird dir nichts passieren.

An Irishman on tour Sicherheitstipps im Überblick

  • Luxus weckt Begehrlichkeiten. Zeige keine Luxusgegenstände oder nehme Sie am besten gar nicht erst mit
  • vertraue Deinem Bauchgefühl und schalte deinen gesunden Menschenverstand ein
  • Sei selbstbewusst, aber nicht leichtsinnig oder überheblich und manövriere dich nicht in die Opferrolle
  • Höre auf den Rat von Einheimischen oder Menschen die in der Reiseregion leben
  • Schließe in Hostels deinen Rucksack und deine Wertgegenstände ein
  • Reise in einer Gruppe
  • Sei nicht übervorsichtig um dir den Spaß am Reisen nicht zu verderben.

Und jetzt raus mit Euch. Rockt diesen Planeten.
Dein Irishman Patrick

Du hast noch Fragen zum Thema Sicherheit auf Reisen? Ich freue mich auf Deine Kommentare unterhalb des Artikels

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Hello, hello! Ich bin Patrick. Rothaarig. In dieser Kombination sozusagen Ire. Mehrmalsauszeitnehmer. Wenn ich nicht gerade Köln entdecke, dann die Welt. Hier erfährst Du mehr über mich

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