So erstattet die Krankenkasse Deine Reiseimpfungen

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Impfungen sind in der Regel nicht mein Lieblingsthema wenn ich mich mit meinen Reiseplänen beschäftige. Dennoch gehört es zu einer der wichtigsten Reisevorbereitungen überhaupt.
Der richtige Impfschutz ist insbesondere für exotische Ziele eine Grundvoraussetzung, um seine Gesundheit nicht zu gefährden. Aber auch Grundimpfungen wie beispielsweise Tetanus sollten immer wieder aufgefrischt werden, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten.
Außerdem sind Reiseimpfungen ein nicht zu vernachlässigender Kostenblock. Impfungen gegen Tollwut oder Hepatitis A können ingesamt schnell mehrere hundert Euro kosten.
Gerade deswegen ist es außerordentlich wichtig, sich im Voraus über die Erstattung von Reiseimpfungen zu informieren. Während früher die Impfungen für Auslandreisen meist aus der eigenen Tasche bezahlt werden musste, haben die Krankenkassen mittlerweile erkannt, dass es wesentlich mehr Sinn macht die Versicherten vorsorglich zu behandeln, anstatt im Ernstfall teure Behandlungen bezahlen zu müssen.

Wo erhalte ich meine Reiseimpfungen?

Hausarzt

Der Hausarzt wird Euch in der Regel ein Rezept für die gewünschte Impfung ausstellen. Mit diesem Rezept erhaltet Ihr dann kostenpflichtig den Impfstoff bei der Apotheke. Mit dem Impfstoff geht es dann wieder zum Hausarzt, wo im Anschluss die Impfung durchgeführt wird. In seltenen Fällen ist auch eine Beratung und die sofortige Impfung möglich.

Vorteil: Es wird keine Rezeptgebühr fällig.

Nachteil: Die Prozedur ist sehr zeitaufwendig.

 

Reise – oder Tropenarzt

Ein Reisearzt bzw. der Tropenmediziner bietet sowohl eine Impfberatung als auch den Impfprozess an sich an. Der große Vorteil gegenüber einem Hausarzt besteht darin, dass der Impfstoff in der Regel vorrätig ist und somit sofort mit der Impfbehandlung begonnen werden kann.

Vorteil: Mit den Impfungen kann sofort begonnen werden. Außerdem wird bei Bedarf eine Beratung angeboten.

Nachteil: Es entstehen meist Rezeptgebühren für beispielsweise die Austellung eines Rezeptes zur Malariaprophylaxe und die Impfberatung ist in der Regel auch kostenpflichtig.

 

Welche Impfungen erstattet mir die Krankenkassen und was muss ich dafür tun?

Gesetzliche Krankenkasse

Jede gesetzliche Krankenkasse trifft Ihre eigenen individuellen Regelungen bezüglich der Erstattung von Reiseimpfungen. Alle größeren Krankenversicherungen bezahlen aber mittlerweile den Großteil an Impfungen. Bitte erkundigt Euch im Vorhinein bei Eurer Krankenkasse wie diese das im Einzelfall handhabt. So dürfen bei manchen Versicherungen nur bestimmte Vetragsärzte die Impfungen vornehmen, um eine volle Erstattung zu garantieren!
Um bei der größten deutsche Krankenversicherung die Reiseimpfkosten erstattet zu bekommen müsst Ihr folgendes beachten:

  • Es muss sich um eine private Reise handeln.
  • Es muss eine Empfehlung der Impfung durch das Auswärtigen Amts vorliegen. Hier geht es zu den Impfempfehlungen. Dort könnt Ihr unter dem Punkt medizinische Hinweise für das jeweilige Land die Empfehlungen nachschauen.
  • Nur mit dieser Empfehlung übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Impfung zu 100 Prozent.
  • Einreichung der Originalrechnung unter Anmerkung der Empfehlung des Auswärtigen Amts und Eurer Kontoverbindung.
  • Achtung bei den Malariaprophylaxen! Es werden nur die Prophylaxe bezahlt, nicht jedoch die Stand-by Produkte. Wie gut das es Malariaprophylaxen gibt, die sowohl als Prophylaxe an sich, als auch als Stand-by gibt (und somit bezahlt werden).

Private Krankenkasse

Bei den privaten Krankenkassen gestaltet sich der Sachverhalt wesentlich komplizierter. Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Tarife ist eine allgemeine Aussage schwierig.
Die Standardimpfungen wie beispielsweise Tetanus, Diphterie oder auch Polio bezahlt die private Krankenkasse nach Empfehlung durch die STIKO (ständige Impfkommision des Robert-Koch-Instituts) zu 100 Prozent.

Dagegen werden vorbeugende Impfungen wie auch prophylaktische Maßnahmen, so zum Beispiel die Malariaprophylaxe nicht generell vom Leistungskatalog der privaten Krankenkassen übernommen.
Die privaten Versicherungen beziehen sich dabei auf die Aussage, dass eine Versicherungsfall nur dann Eintritt, wenn es eine medizinische Notwendigkeit einer Heilbehandlung der Versicherten Person im Krankheitsfall gibt. Sprich sie bezahlen keine Vorsorge, dafür aber im Ernstfall.

Nichtsdestotrotz umfasst der Leistungskatalog immer häufiger auch die präventive Vorsorge. Außerdem werden des Öfteren aus Kulanzgründen Reiseimpfungen von der privaten Krankenkasse übernommen. Auch hier ist es wichtig die Originalrechnung einzureichen. Ein Versuch ist es allemal wert. Auch wenn die Kosten nur anteilig oder gar nicht übernommen werden.

Es lohnt sich bei der privaten Krankenkasse dabei umso mehr in persönlichen zu Kontakt zu treten und genauestens nachzuhaken was die vertraglichen und auf Kulanz bestehenden Möglichkeiten sind.
Auch bezüglich einer Anrechnung der Reiseimpfungen auf den Jahresselbstbehalt und eine Beitragsrückerstattung sollte eingegangen werden.

 

An Irishman on tour Tipp

Fragen, fragen, fragen! Meine persönlichen Erfahrungen hinsichtlich Krankenkassen haben gezeigt, dass ein persönliches Telefongespräch oftmals schnell und informativ alle Fragen beantworten kann. Außerdem darf in jedem Fall nachgebohrt werden. Den Krankenkassen stehen weitaus mehr Möglichkeiten hinsichtlich Kulanz offen, als bekannt ist. Und in der Regel ist viel verhandelbar.
Persönlich bin ich sehr gerne spontan und auch meine Impfungen habe ich bisher immer sprichwörtlich auf den letzten Drücker erhalten. Um keine unnötigen Risiken eines mangelhaften Impfschutzes einzugehen, empfehle ich Euch sechs bis drei Monate vor Eurer geplanten Reise mit diesem Thema zu beschäftigen. Viele Impfungen wie Hepatitis A und B, Tollwut oder Japanische Enzyphalitis benötigen gewisse Mindestfristen, da ansonsten schlimmsten Fall kein Impfschutz vorhanden ist.

Fazit: Die gesetzlichen Krankenkassen werden sich mehr und mehr der Prävention im Reiseimpfbereich bewusst und erstatten nahezu alle begründeten und notwendigen Impfungen. Auch teure Impfungen wie Gelbfieber, Tollwut oder japanische Enzyphalitis werden von der Kasse als in der Regel als Vorsorgeleistung bezahlt.
Die privaten Krankenkassen agieren im Bereich der Reiseimpfungen weitaus vorsichtiger, dennoch wird insbesondere aus Kulanzgründen eine Reiseimpferstattung oftmals vorgenommen.

In jedem Fall lohnt der Besuch eines Reise- oder Tropenarztes und eine Impfberatung hinsichtlich des Reiseziels.
Ebenso wie die richtige Vorsorge. Setzt Eure Gesundheit nicht aufs Spiel!

Euer Irishman Patrick

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Hello, hello! Ich bin Patrick. Rothaarig. In dieser Kombination sozusagen Ire. Mehrmalsauszeitnehmer. Wenn ich nicht gerade Köln entdecke, dann die Welt. Hier erfährst Du mehr über mich

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