Surfen auf Fuerteventura mit Planet Surfcamps – ein Erfahrungsbericht

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Die Sonne erstrahlt über dem blauen Himmel der Vulkaninsel Fuerteventura und wärmt meine Haut schon am Morgen mit sehr angenehmen 28 Grad Celsius. Es ist Anfang November. Eine leichte, salzige Brise weht mir frisch ins Gesicht, bevor ich auf mein Surfbrett in das kühle Nass des Meeres gleiten lasse. Nach kleinen Balanceschwierigkeiten schmiegt sich mein Neoprenanzug an das gewachste Brett und ich paddle auf das Line up (der Punkt an dem die Surfer warten und an dem die Wellen brechen) des Surfspots am Riff von Punta Blanca zu.

Beine eng zusammen, den Kopf hoch und kräftige Armzüge nah am Brett. Ich hatte surfen bereits als anstrengend in Erinnerung, aber meine Kräfte sind bereits nach kurzer Zeit erschöpft. Mit einem gewaltigen Kraftakt erreiche ich den Ausgangspunkt des Wellenreitens, setze mich auf mein Surfbrett, wiege im Ozean, schmecke die salzige Luft, spüre ein Glücksgefühl in mir aufwallen und warte auf die erste Welle.

Warten-am-lineup-Fuerteventura

Warten am Line up


Ganzjähriges Surfen in der Sonne bei sommerlichen Temperaturen

Fuerteventura gehört zu den kanarischen Inseln und liegt circa 120 Kilometer westlich von Marokko entfernt. Der Name der Insel bedeutet „starker Wind“. Dementsprechend weht immer eine angenehm kühle Brise über das von Vulkanen geprägte Eiland. In Sichweite von Lobos und Lanzarote liegt der Ort Corralejo. Ob Sommer oder Winter, surfen kannst Du hier wie auch auf der ganzen Insel das ganze Jahr über. Und das tolle ist, in gerade mal vier bis fünf Stunden Flugzeit von Deutschland aus, bist Du auch schon vor Ort im Warmen.

Natur-Fuerteventura

Sonne satt auf Fuerteventura


Aller Anfang ist schwer und safety first

Auch wenn ich schon mehrmals auf einem Surfbrett stand fühle ich mich als würde ich wieder gänzlich bei null anfangen. Nach dem obligatorischen morgendlichen Surfbretter aufs Dach des Vans schnallen und Neoprenanzüge einpacken, geht es auf die Suche nach dem geeigneten Surfspot. Immer wieder hält unser Surflehrer Marco an und studiert die Wellen in Abhängigkeit der Gezeiten und des Windes. Bei der kleinsten Ungereimtheit gilt: Safety first und wir ziehen zum nächsten Surfspot weiter.

Die ersten Tage sind anstrengend und frustrierend. Außer viel Salzwasser schlucken und im Whitewash unter Wasser gedrückt zu werden, klappt nichts. Warten, Paddeln, Aufstehen, in die Fluten stürzen. Aber aufgeben ist nicht. Immer wieder spornt mich Marco an und verbessert meine Fehler. Mein Selbstvertrauen steigt und ich kann mich immer öfter auf dem Brett halten. Und dann kommt am vorletzten Tag der große Moment. Nach weiteren Instruktionen meines Surflehrers, erwarte ich die Welle, paddle mit ein paar kräftigen Zügen bevor mich die Welle erfasst und mich nach vorne wirft. Die nächsten Schritte haben sich in mein Unterbewusstsein eingeschlichen und ich stehe wie von selbst auf, stehe die Welle und surfe, surfe, surfe mit einem Lachen im Gesicht und einem unglaublich befreienden Glücksgefühl. Mit dem Gedanken diese Welle gesurft zu haben lasse ich mich in die Fluten fallen. Yes!

Surfvan-Planet-Surfcamps

Surfvan Planet Surfcamp

An-Irishman-on-tour-Surfen-Fuerteventura

Körperlich erschöpft, aber glücklich

 

Für jeden Surfanspruch und mit individueller Hilfe

Ob die Riffe von Punta Blanca oder dem Rocky Point wie auch die weißen Sandstrände des Playa del Moro oder des Flagbeach, rund um Corralejo und das Surfcamp von Planet Surf ist für alle Schwierigkeitsstufen des Surfens etwas dabei. Marco und seine Crew bieten dabei jedem seine tatkräftige Hilfe wie auch wertvolle Tipps ob für absolute Anfänger bis hin zum bereits guten Surfer. Ich bin dabei immer überrascht gewesen wie Marco alle unserer Surfgruppe im Auge hatte ohne dass ich dies bemerkt hätte. Erst ein freundlich gemeinter Zuruf, was ich wieder einmal falsche gemacht hatte, ließ mich dies erahnen.

Surfspot Rocky Point

Playa-del-Moro-Fuerteventura

Surfspot Playa del Moro

 

Entspanntes Leben im Surfhaus

Es fühlt sich sehr gut an. Entspannte Musik, jede Menge entspannter und spannender Menschen, mit denen ich mich gleich sehr verbunden fühlte und einige inspirierende Gespräche führen dürfte. Diese gemeinsame Wellenlänge trägt zu dieser absolut gechillte Atmosphäre mit dem hohen Wohlfühlcharakter bei. Das ist nach einem langen Surftag genau das richtige. Genieß die Sonne in einem der zahlreichen Sitzsäcke oder am hauseigenen Pool. Oder warum kochst Du nicht mit den anderen zusammen eine Stärkung nachdem Du im Supermarkt um die Ecke einkaufen warst.

Entspanne Deine müden Muskeln zweimal wöchentlich bei einer Yoga Session mit Ania, genieße eine Runde Pool Billiard bei einem gemütlichen Kaltgetränk, schwing den Tischtennistennisschläger oder trainiere Deinen Gleichgewichtssinn am Wonkyboard.

Pool-Billiard-Planet-Surfcamps

Yoga-Planet-Surfcamps


Vielfältige Freizeitaktivitäten rund um Corralejo

Surfen ist wie bereits erwähnt eine sehr anstrengende Sportart, die nahezu sämtliche Muskelbereiche des Körpers in Anspruch nimmt und mit zwei Tage Dauermuskelkater bescherte. Wenn Du nach einer kleinen Pause dennoch überschüssige Energie übrig haben solltest, warten eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten auf Dich.
Neben den Aktivitäten im Surfhaus kannst Du auf Fuerteventura auch noch andere Herausforderungen annehmen. Leih Dir ein Longboard und erkunde mit dem Surfersatz auf vier Rollen die Insel. (Das Longboard hat es mit übrigens sehr angetan und ich habe mir direkt eines aus Fuerteventura nach Köln mitgenommen) Oder wie wäre es mit einer Fahrradtour zum nächsten Vulkan mit anschließender Besteigung und überwältigendem Blick über die Insel und den endlosen Ozean? Immer noch nicht genug? Dann stürze Dich nach einem Barbecue im Surfhaus doch mit allen zusammen ins Nachtleben von Corallejo und entdecke eine der vielen Bars direkt an der Strandpromenade.

 

Longboarden auf Fuerteventura

Longboarden auf Fuerteventura

Vulkanbesteigung

Vulkanbesteigung


Surfen ist mehr als ein Sport

Surfen umfasst mehr als mit dem Surfbrett unter dem Arm sich einfach in die Fluten zu stürzen. Es bedeutet teilweise frühes Aufstehen, das Meer zu beobachten, sich dem Brett hinzugeben, auf sich konzentrieren und eins zu werden mit dem Ozean. Es ist Training für Körper und Geist. „Surfen ist mehr als ein Sport“, meint Surflehrer Marco, „es ist ein spirituelles Lebensgefühl, eine Lebensweise. Es ist Dein Spielplatz, Deine Erholung, und Deine Kirche. Beim Surfen konzentrierst Du Dich nur auf Dich selbst, Dein Surfbrett und den Ozean.“ Vielleicht ist es auch ein Sinnbild für die Balance im Leben.


An Irishman on tour Tipp

Die Sonne ist auf dem Wasser durch die Reflektion ein harter Gegner. Und das nicht nur bei mir als hellhäutiger Hauttyp. Die Wirkung verstärkt sich die Belastung der Haut durch das Salzwasser. Ein guter Sonnenschutz ist daher unerlässlich. Wer sich nicht mit der sehr teuren Zinkpaste schützen will, kann auch einen Lippenstift mit hohem Sonnenschutzfaktor benutzen. Der Vorteil gegenüber einer normalen Sonnenmilch besteht in der hohen Widerstandsfähigkeit dieses Stiftes, der in jedem Drogeriemarkt erhältlich ist.
Trotz dass ich mich recht fit gefühlt habe, wurde mit beim Surfen schnell die körperlichen Grenzen aufgezeigt. Insbesondere das Paddeln und Kopf hochhalten ist schnell ermüdend. Ich kann Dir deswegen nur wärmstens empfehlen, sich vor einem Surfurlaub mit Kraftübungen und Ausdauertraining auf ein gutes Fitnesslevel zu bringen, um direkt die Freude des Surfens zu genießen und nicht von extremem Muskelkater geplagt zu werden.


Fazit:

Fuerteventura ist ein toller Surfspot bei dem Du insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten die besten Wellen genießen kannst und somit auch der Vielzahl an Surfwilligen im Sommer ausweichen kannst. Planet Surfcamp bietet Dir dazu alle Möglichkeiten für einen entspannten und lehrreichen Surfurlaub. Ob als absoluter Anfänger, Intermediate oder gestandener Surfer, jeder wird sich hier aufgehoben fühlen und sein Können verbessern oder perfektionieren können.Mit Corralejo liegt das Surfcamp im Zentrum des Surferlebens auf Fuerteventura. Neben der Nähe zu den besten Surfspots auf Fuerteventura, bietet auch das Leben mit seinen vielen Bars und Restaurants nichts zu wünschen übrig.

Ich für meinen Teil, würde in jedem Fall jederzeit wieder mit Planet Surfcamps meinen Surfurlaub verbringen. Denn Surfen ist mehr als ein Sport, es ist ein Lebensstil. Wann wirst Du Teil dieser Lebensweise?

Vielen Dank für diese wunderbare Woche und die Unterstützung an Planet Surfcamps. Meine eigene Meinung und Erfahrungen bleiben selbstverständlich davon unberührt.

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About Author

Hello, hello! Ich bin Patrick. Rothaarig. In dieser Kombination sozusagen Ire. Mehrmalsauszeitnehmer. Wenn ich nicht gerade Köln entdecke, dann die Welt. Hier erfährst Du mehr über mich

7 Kommentare

  1. Lieber Patrick,
    diesen Bericht habe ich gebraucht – für mich geht es nämlich im Mai das erste Mal aufs Surfbrett und ich hatte mich schon gefragt, wie ich mich darauf wohl besser vorbereiten sollte, um eben nicht 3 Tage Dauermuskelkater zu haben.
    Dann werd ich wohl mal langsam mit dem Fitness Programm starten müssen…
    liebe Grüße,
    Karina

    • Hello Karina,
      cool, wohin gehts denn? Was ich sehr empfehlen kann sind Freelatics Übungen, da sie das ganze Spektrum abbilden, was man zum Surfen benötigt. Ganz viel Spaß beim Trainieren und natürlich beim Surfen…bin gespannt was der Muskelkater machen wird.
      Lg aus Köln & Alaaf,
      Patrick

  2. Hi,

    danke für deinen Bericht. Ich beschäftige mich gerade mit der Planung für meinen Urlaub.

    Hast du auch Erfahrungen mit anderen Anbietern?
    Speziell meine ich hier planetsurfcamps. Bei denen bin ich mir allerdings nicht sicher ob das etwas touristischer gestaltet ist.

    Grüße,
    Lucas

    • Hello Lucas,

      Planet Surfcamps fand ich toll weil es sehr familiär zugeht. In Europa war ich nur noch in Biarritz und Moliets in Südwestfrankreich. Dort gibt es Surfcamps einem Zeltlager gleich, was ich auch sehr cool fand. Essen ist dort meist inklusive und jeder hilft beim kochen mit. Leider weiß ich den Anbieter nicht mehr.
      Wenn Du Surfen lernen willst, ist es meiner Meinung nach am wichtigsten wie groß die Gruppen sind. Je kleiner, desto individueller. Ich hoffe, dass hilft Dir weiter.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Patrick

  3. Sehr geiler Bericht. Ich war diesen Sommer in Cap de l’Homy Lit-et-Mixe. Ich kann das jedem Surfer nur empfehlen. Da gibt es zwar nicht die größten Wellen im August, aber die Atmosphäre auf dem Campingplatz (direkt am Meer) und die vielen gleichgesinnten Menschen ist wirklich einmalig. Vom Klima her auch perfekt: Tagsüber war es bis zu 32 – 35 Grad und abends kühlt es dann auch mal auf unter 20 Grad oder so ab – eigentlich perfekt für jeden Surfer.

    • Hello Niko,
      ich seh schon wir verstehen uns! Sehr cool, genau so muss ein Surfcamp sein. Mit tollen, entspannten Menschen. Zum Lernen sind die Bedingungen denke ich wunderbar und die Abkühlung bei Nacht tut gut.

      Viele Grüße und viel Spaß beim nächsten Sommercamp.
      Cheers, Patrick

  4. Cooler Beitrag und Dank für deine Erfahrung!

    Ich wollte und will auch schon immer mal Surfen aber hatte bisher noch die Möglichkeit.

    Ich liebe das Wasser und stell mit das Surfen wie eine Mischung aus purer Natur und Freiheit auf dem Wasser vor. Daher auf jeden Fall auf meiner List was ich noch erleben möchte. Und Fuerteventura hört sich jetzt auch ziemlich verlockend an:)

    Viele Grüße

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