Warum Du um einen Roadtrip in Neuseeland nicht herum kommst

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Während ich in meinen Tagebüchern zu meiner Reise ans andere Ende der Welt stöbere, versinke ich in Erinnerungen über eine meiner bezauberndsten Reiseerlebnisse, die ich je genießen durfte. Neuseeland, dass von den Ureinwohner der Maori genannte Aotearoa schmiegt sich an den südöstlichsten Zipfel der südlichen Hemisphäre, als ob es sich vom Rest der Welt verstecken wollte, um seine atemberaubende Natur von fremden Einflüssen zu schützen. Und tatsächlich, als ich die Zeilen lese, stelle ich fest, dass ich von Neuseelands Naturreich in den höchsten Tönen schwärme: „Ein Farbenmeer verschlägt mir die Sprache, was für eine hammergeniale Landschaft. Ich bin sprachlos. Farben, Formen, Fauna, eine traumhafte, surreale Kombination. Ich glaube ich bekommen meinen ersten landschaftlichen Reizüberflutungsorgasmus“ steht da geschrieben. Verzeih mir den sexistischen Sprachgebrauch, aber es lässt sich nicht anders ausdrücken. Es sei erwähnt, dass ich in den ersten 8 Stunden meines Roadtrips sage und schreibe 100 Kilometer zurücklege, da ich alle paar Meter wieder meinen Mietwagen verlasse und einfach nur meine Umwelt anstarre.

 

Warum überhaupt ein Roadtrip durch Neuseeland?

Neuseeland bietet eine Landschaftsvielfalt die Seinesgleichen sucht. Es gibt unendlich viel zu entdecken und die schönsten Flecken befinden sich entweder abseits der Busrouten oder touristischer Pfade oder aber nur mit mobil zu erreichen. Deswegen kann ich Dir nur wärmstens empfehlen Deinen eigenen fahrbaren Untersatz zu mieten oder zu kaufen. Sei es ein Mietwagen oder ein Kleinbus mit dem Vorteil immer Deine Übernachtungsmöglichkeit dabei zu haben, Hauptsache Du kannst Neuseeland auf eigene Faust erkunden. Es wird jede Minute wert sein. Auch wenn die Nordinsel Neuseelands viel zu bieten hat, bin ich davon überzeugt, dass Du auf der Südinsel noch wesentlich mehr erleben wirst. Deswegen beschränke ich mich heute auf die südliche Hälfte Neuseelands.

 

Traumkulisse im Abel Tasman Nationalpark

Wer nach wunderschönen einsamen Buchten und von dichtem Urwald gesäumte, verwaiste Stränden sucht, wird den Abel Tasman Nationalpark vermutlich nicht mehr verlassen wollen. Die sattgrüne Hügellandschaft verbindet sich mit dem türkisenen Pazifik und bietet eine absolute Traumkulisse. Der nach dem niederländischen Seefahrer Abel Tasman gegründeten Nationalpark im bietet nicht nur Kayak-Entdeckungstouren sondern auch einen fantastische Wanderlandschaft: Der Abel Tasman Coast Track führt 51 Kilometer an der Küstenlinie entlang. Es fahren Boote an den Endpunkt des Wanderwegs, von wo aus Ihr dann in drei bis 5 Tagen zurückkommt. DOC (Department of Conservation Hütten vereinfachen die Übernachtung, Essen und Kochgeschirr muss mitgebracht werden. Die Gezeiten können mehrere Meter ausmachen und ein Gezeitenplan ist unerlässlich um nicht, wie meiner einer, davon überrascht zu werden.

Wo: Im Nordwesten der Südinsel. Von Nelson aus kommt Ihr über Motueka direkt zum Park.

 

Abel-Tasman-Nationalpark-Küste-Neuseeland

Abel Tasman Nationalpark

Abel-Tasman-National-Park-Fauna-Neuseeland

Fauna in Neuseeland

 

Alpin, alpiner, Arthur´s Pass

Glücklicherweise wird Arthur´s Pass in den meisten Reiseführern sträflich vernachlässigt. Umso besser für Dich. Der Pass überquert auf 900 Metern Höhe die südlichen Alpen und besticht mit spektakulären Blicken und alpinen Panoramas soweit das Auge reicht. An der Passkuppe und Umgebung laden mehrere Wanderwege ein, um auf Berge zu klettern oder die Weite zu erforschen. Das Arthur´s Pass Hostel direkt am Pass macht es möglich, Dich mehr als einen Tag dieser tollen Landschaft zu widmen.

Wo: Östlich von Westport und westlich von Kaikoura im nördlichen Teil der Südinsel

 

Arthurs-Pass-Neuseeland

Arthur´s Pass

 

Bei-Arhturs-Pass-Neuseeland

Around Arthur´s Pass

 

Die Pancake Rocks

Neuseeland ist gezeichnet von einer wilden Küste. Die Natur ist hier noch Herr im Haus das Meer tobt sich zum Teil richtig aus und hinterlässt bizarre Formen. Eine davon sind die Pancake rocks. Wie der Name verrät sehen die Steine wie aufeinandergeschichtete Pancakes aus. Kleine Löcher in den Gesteinen nahe der Wassergrenze lassen das Wasser aus den Steinen schiessen und machen Ihrem Namen als Blowwholes alle Ehre.

Wo: Die Pancake Rocks liegen direkt am State Highway 6 im Paparoa Nationalpark im Ort Punakaiki, etwa 40 Kilometer nördlich von Greymouth

 

Pancake-Rocks-Neuseeland

Pancake Rocks

Glacier Country – die weiße Welt der Gletscher

Zwischen dichten Urwäldern und zerklüfteten Bergen, bieten sich auf der Südhälfte der südlichen Insel ein weiteres Spektakel: Die Gletscher Franz Josef und Fox wälzen sich majestätisch die Berghänge hinunter und machen erst kurz vor der Küste mit Ihren wunderschönen Stränden anmutig halt. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten die Gletscher zu entdecken. Von Gletschertouren über Eisklettern bis hin zum Fallschirmspringen sind deiner Abenteuerlust keine Grenzen gesetzt. Vom den Gletschern aus bietet sich eine wundersame Welt, in der Gletscher, Urwald und Sandstrand aufeinandertreffen. Wo kannst Du diese einmalige Kombination schon auf diesem Planeten bewundern?

Wo: Im Westen der Insel dem Highway 6 folgend. Die Gletscher liegen an der Westküste, etwa in der geopgraphischen Mitte der Insel.

 

Franz-Josef-Gletscher_Neuseeland

Franz Josef Gletscher

 

 

Fox-Gletscher-bei-Sonnenuntergang-Neuseeland

Sonnenuntergang Fox Gletscher

Die einsamen Hügel von Wanaka

Wanaka liegt direkt an einem der größten Binnenseen in Neuseeland, dem Lake Wanaka. Rund um den See befinden sich zahlreiche Drehorte von Herr der Ringe. Die Gräserlandschaft leuchtet in den unterschiedlichsten Braun – und Goldtönen und wird hier und da von Felsen durchbrochen. In jedem Fall lohnt sich auch ein Aufstieg auf den Roys Peak, der auf 1.600 Metern Höhe sagenhafte Blicke auf den Lake Wanaka und die Gebirgszüge des Mount Aspiring Nationalpark gibt.

Wo: Von den Gletschern kommend in südlicher Richtung auf dem Highway 6 (vor Queenstown)

 

Roys-Peak-Wanaka-Neuseeland

Roys Peak

 

Wanaka-Neuseeland

Wanaka

 

 

Das Land der Fjorde – der Milford Sound

Gewaltig ragen senkrechte Ungetüme aus Stein aus dem Wasser. Bis zu 1.200 Meter ragen die Steilwände empor, die von dichtem Regenwald bewachsen sind und bei Niederschlag von Wasserfällen geflutet werden. Du fühlst Dich winzig und unbedeutend bei diesem unglaublich schönen Anblick inmitten der Naturgewalt und ich muss sagen, mir hat es tagelang die Sprache verschlagen. Insbesondere der majestätische Mitre Peak im Milford Sound Fjord ist ein Naturwunder, der sich an schönen Tag im klaren Fjordwasser spiegelt. Sehr imposant und beeindruckend ist auch eine Bootsfahrt durch den Fjord bis hin zur Tasmansee. Während Du über das Wasser gleitest empfangen Dich Berghünen, rauschende Wasserfälle und grüner Regenwald.

Wo: Im Südwesten Neuseelands

 

Mitre-Peak-Milford-Sound-Neuseeland

Mitre Peak

 

Wasserfall-Miford-Sound-Neuseeland

Wasserfall im Fjordland

Die wilden Catlins

Die rauhe und zerklüftete Küste der Catlins zieht sich malerisch über die Südostseite der Neuseeländischen Südinsel umgeben von wunderschönen Wäldern. Neben dem südlichsten Punkt Neuseelands, dem Slope Point an dem Du Dich fühlen wirst, wie am Ende der Welt, sind außerdem sehr empfehlenswert die Wasserfälle von Purakaunui, Jack´s Blowhole und der aufregende Nugget Point. Ein Leuchtturm markiert diesen ins Meer ragende Felsen, an der Stränden Du See-Elefanten, Seelöwen und Robben entdecken kannst.

Wo: Östlich von Invercargill, am Südostzipfel der Südinsel Neuseelands

 

The-Catlins-Neuseeland

The Catlins

 

Steine aus einer anderen Welt – Moeraki Boulders

Die kugelförmigen Steine an den Stränden von Otago scheinen einfach vom Himmel gefallen zu sein und wahllos über den Sand verstreut worden zu sein. Der Legende der Ureinwohner Maori nach sind die Boulders Reste der Inhalte des Bootes des Hafenwächters Arai te uru.
Am besten Du schlenderst einfach den Strand entlang und bewunderst die bizarren Kugeln, die mal ganz, mal halb oder nur ein kleines Stück aus dem Sand und Meer ragen.

Wo: Nördlich von Dunedin bei der Stadt Moeraki auf der Südostseite der Südinsel

 

Moeraki Boulders-Neuseeland

Moeraki Boulders

 

Die unendlichen Weiten von Rohan – Der Herr der Ringe bei Mt. Hutt

Einmal die Weiten von Rohan erkunden und sich wie im Film Herr der Ringe fühlen? Genau das gibt es in der Umgebung des 2086 Meter hohen Berges Mt. Hutt im Ashburton District zu entdecken. Die Weiten des strohfarbenen Hügellandes mit seinen kristallklaren Seen und der Kulisse der schneebedeckten Berge ist ein wunderbares Naturerlebnis in Neuseeland. Und wer Lust auf Skifahren hat ist am Mt. Hutt genau richtig. Das Skiegbiet hat die längste Saison auf der Südhalbkugel.

Wo: Südwestlich von Christchurch

 

Mt.Hutt-Neuseeland

Gegend um Mt. Hutt

 

Mt.Hutt-Rohan-Neuseeland

Felder von Rohan

 

An Irishman on tour Tipp

In Neuseeland gilt es eine Besonderheit zu beachten, sobald Du Dir ein Automobil mietest. Im Gegensatz zu Deutschland, gibt ist es in Neuseeland keine verbindliche Autohaftpflichtversicherung. Das bedeutet, dass die meisten Neuseeländer aus Kostengründen keine derartige Versicherung abschliessen. Im Falle eines Unfalls besteht somit eine erhöhte Gefahr, dass Du auf einem eventuellen Schaden sitzen bleibst.
Deswegen empfehle ich dringend einen All-Inclusive Schutz abzuschliessen. Leider hatte ich mich damals nicht eingehend informiert und musste einen Unfallschaden meines Mietwagens, bei dem der Unfallverursacher mein Auto Nachts auf einem Parkplatz rammte und Fahrerflucht beging, selbst begleichen.

 

Fazit:

Neuseeland ist eines der schönsten und atemberaubendsten Länder dieses Planeten. Ob unendliche saftig grüne Wiesen und Weiden, verschnörkelte Täler, undurchdringliche Urwälder in verschiedensten Farbtönen und sich anmutig erhebende schneebedeckte Berge, ob gewaltige Fjorde, traumhafte Seen, Wasserfälle oder türkisene Buchten, ob weißer Sandstrand, heiße Quellen oder gewaltige Gletscher wie auch Vulkane, bring Zeit mit nach Neuseeland. Du wirst Sie brauchen um Dir die Schönheit dieses Landes mit seiner unglaublichen natürlichen Vielfalt anzusehen.
Meiner Meinung bist mit einem fahrbaren Untersatz bestens beraten, um Deinen Trip individuell Deinen Bedürfnissen anzupassen. Du wirst einfach nur rumfahren wollen und staunen. Und das geht am besten auf eigene Faust.

Und ja, in Neuseeland herrscht Linksverkehr. Aber auch wenn es Dir die ersten Tage viel abverlangen wird auf der „falschen Seite“ zu fahren, Du wirst Dich daran gewöhnen. Auf in Dein Roadtrip Abenteuer in Neuseeland!

 

Du hast Lunte gerochen? Und hast Fragen zu Neuseeland oder noch einen Tipp für einen Roadtrip. Dann lass es mich gerne in den Kommentaren unterhalb des Artikels wissen. Ich freu mich auf Deine Stimme.

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Hello, hello! Ich bin Patrick. Rothaarig. In dieser Kombination sozusagen Ire. Mehrmalsauszeitnehmer. Wenn ich nicht gerade Köln entdecke, dann die Welt. Hier erfährst Du mehr über mich

11 Kommentare

  1. Hi Patrick,

    mir gefallen deine Bilder, insbesondere das Roys Peak Bild.

    Die Gegend um den Arthur’s Pass ist einmalig. Das hab ich selbst erfahren dürfen.
    Neuseeland fühlt sich an wie die Welt gepresst in ein kleines Land.

    Warst du auch auf der Nordinsel oder auf Stewart Island?

    Viele Grüße
    Sven

    • Hello Sven,

      freut mich sehr, dass Dir die Bilder gefallen. Und noch viel cooler, dass Du auch schon Neuseeland genießen durftest, denn kein Bild der Welt kann die vielfältige Schönheit Neuseelands beschreiben. Ich finde Deine Idee Neuseeland als kleines Land, in der die Welt zusammengefasst ist, klasse.
      Auch wenn ich die Südinsel noch spannender fande, ist die Nordinsel selbstverständlich auch eine Reise wert. Allerdings habe ich mir den Norden im Schnelldurchlauf angeschaut. Und zwar Auckland, Rotorua, Taupo, National Park, Napier und Wellington. Nach Stewart Island habe ich es leider nicht geschafft, warst Du dort?

      Viele Grüße
      Der Irishman Patrick

      • Hi Patrick,
        ja ich war im März auf Stewart Island. Dort ist es richtig schön. Hat ein familiäres Flair mit den ganzen Fischer.
        Bin im Moment in Rotorua. Die geothermale Landschaft ist ziemlich faszinierend.
        Viele Grüße
        Sven

        • Hallo Sven,
          du scheinst ja schon eine ganze Weile in Neuseeland zu sein. Sehr cool. Lass es Dir weiterhin gutgehen und vom Tongariro crossing hast Du bestimmt schon gehört. Das solltest Du Dir nicht entgehen lassen.

          Viele Grüße von Köln ans andere Ende der Welt
          Patrick

  2. Wow, eine Superlative nach der anderen! Dieses rosa Abendlicht, die Pancake Rocks (nie zuvor gehört!) und Gletscher – wir würden super gerne, aber die Schulferien liegen für eine Neuseelandreise nicht so günstig. Und 2 Wochen im Herbst wäre etwas kurz, nicht wahr? : )

    • Hello Jutta,

      da gebe ich Dir vollkommen Recht. Neuseeland ist ein Land der Superlative. Zwei Wochen finde ich insbesondere aufgrund des langen Anflugs von mindestens 24 Stunden etwas zu kurz. 4 Wochen sollten es meiner Meinung nach schon sein. Aber wie wärs denn mit den Sommerferien? Da ist zwar Winter in Neuseeland, aber der wunderschönen Landschaft tut das keinen Abbruch, wie ich damals auch feststellen durfte.

      Liebe Grüße
      Patrick

    • Hallo Annuka,

      lieben Dank 🙂 Das schöne ist, dass Du immer wieder an einen Ort zurückkommen kannst, an dem es Dir so wunderbar gefallen hat.

      Liebe Grüße
      Patrick

  3. Hi Patrick,
    WOW! Jetzt freue ich mich schon wie ein kleines Kind auf Neuseeland. Sag mal, kannst du einen Reiseführer empfehlen? Hast du dir vor Ort Straßenkarten gekauft? Und wie lange warst du eigentlich in Neuseeland?
    Liebe Grüße
    Steffi

    • Hello Steffi,

      oh ja, da kannst Du Dich riesig drauf freuen! Bin etwas neidisch, dass Du bald da bist 😉 Ich habe damals den Lonely Planet New Zealand am Flughafen überraschend geschenkt bekommen und war sehr zufrieden damit. Im Gegensatz zu manch anderen Lonely Planet Reiseguides waren viele Insidertipps mit jeder Menge unbekannter Highlights vorhanden. Eine sehr wertvolle Quelle für jeden, der Neuseeland auf eigene Faust erkunden will.
      Sobald Du Dir ein Auto oder einen Camper mietest, wird Dir in der Regel ausführliches Kartenmaterial gestellt. Ansonsten gibt es in den meisten Souvenirläden und Buchhandlungen Karten.
      Ob es jemals Zeit genug gibt Neuseeland zu erkunden, bleibt natürlich die Frage. 4 Wochen sind super und ein muss, 6 Wochen Wahnsinn und 2 Monate mega, wenn Du in der Natur Zuhause bist. Ich selbst war ca. 2 Wochen auf der Nordinsel und 6 Wochen auf der Südinsel unterwegs. Das lässt Dir genug Zeit um entspannt die Inseln zu entdecken und diesen Landschaftstraum zu erleben. Wann wirst Du denn dort sein?

      Liebe Grüße aus Köln
      Der Irishman Patrick

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